Aber zurück zum eigentlichen Beitrag. Zum Zeitpunkt, wo ich dies schreibe (ca. 20 Stunden nach Ausstrahlung des Beitrages), finden sich zu der Verlinkung des WDR in Facebook über 300 Kommentare. Wenn man sich die Mühe macht, diese zu lesen, stellt man fest, dass der größte Teil genau die Frage stellt, die mir als erstes beim Ansehen des Beitrages eingefallen ist: Was soll das?
Kernaussage des Beitrages war
"Nicht nur 80 Millionen Deutsche wollen sich ernähren – deshalb: Massentierhaltung? Ja, bitte!".
Angekündigt wurde eine neue Rubrik mit dem Namen "Gegen den Strich!", die sich angeblich künftig mit Themen bewußt "gegen den Mainstream" richten würde. Das sich die Redaktion dafür ausgerechnet die Massentierhaltung mit unzähligem Leid ausgesucht hat, ist m.E. sowohl unnötig und erzeugt, und da liegt das wahre Problem, bei vielen Verbrauchern den Eindruck, dass es keinen Sinn macht, beim Einkaufen auf das Leid der Tiere Rücksicht zu nehmen und weiterhin Billig-Fleisch beim Discounter zu kaufen. Bestrebungen der letzten Zeit, mehr auf Qualität zu achten, was insbesonders durch unzählige Lebensmittelskandale hervorgerufen wurde, werden hier völlig außer Acht gelassen. Auch wenn die Markt-Redaktion in einem ihrer Postings darauf hinweist, dass es sich um ein "Experiment" gehandelt hätte, wird dies bei vielen nicht in dieser Form ankommen. Was hängen bleiben wird, ist die Aussage, dass das Fernsehen gesagt hat, dass Bio auch nicht besser ist ("Nichts gegen Bio. Aber werden die Menschen kaum satt davon. Schon gar nicht zu bezahlbaren Preisen."), Haltungsbedingungen von Tieren in Massenställen gar nicht so schlimm sei ("Experten glauben, die Frage nach Bio oder konventionellen Tierhaltung sei ohnehin nicht so entscheidend. Viel wichtiger sei ein gutes Management.") und (und hier kann ich meinen Ärger kaum zügeln...) dass eine Ernährung ohne Fleisch (oder zumindest mit einer Reduzierung) gar nicht erst in Betracht gezogen wurde: "Nicht nur 80 Millionen Deutsche wollen sich ernähren – deshalb: Massentierhaltung? Ja, bitte!"
Was bleibt also unter dem Strich? Ein (verdienter) 'Shitstorm' in Facebook für die Markt Redation, der lächerliche Versuch, einen verantwortungslosen Beitrag, der von der Fleischlobby bezahlt sein könnte, zu relativieren und die
Abschließend steht für mich die Tatsache, dass eine etablierte Sendung viel von ihrer Glaubwürdigkeit verloren hat. Journalismus ist dies nicht gewesen.
By the way - von meinem Posting ist der fette Teil vorgelesen worden...
"Sorry, aber der ganze Beitrag krankt daran, dass es als Tatsache dargestellt wurde, dass eine Ernährung, die Fleisch und tierische Produkte beinhaltet, als absolut notwendig dagerstellt wird. Dies ist definitiv falsch. Auch wenn die ganzen Projekte interessant sind, wäre auch die Frage sinnvoll, wie viel Menschen man z.B. mit der Fläche ernhähren kann, die man für Aufzucht von Schweinen und deren erforderlicher Nahrung benötigt."